Steuern auf den Kanarischen Inseln: Was Sie als Ausländer auf Teneriffa wissen müssen
Die Kanarischen Inseln – allen voran Teneriffa – bieten nicht nur Sonne, Meer und Lebensqualität, sondern auch steuerliche Besonderheiten, die sie von anderen Regionen Spaniens unterscheiden. Als Ausländer, der auf Teneriffa leben, arbeiten oder investieren möchte, sollten Sie sich mit den wichtigsten Steuerarten vertraut machen, um gut vorbereitet zu sein und mögliche Vorteile zu nutzen.
In diesem Beitrag geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Steuern auf den Kanaren – darunter Einkommensteuer, Mehrwertsteuer, Grunderwerbssteuer, Unternehmensabgaben und lokale Abgaben – sowie deren Besonderheiten auf den Inseln.
Am Ende des Beitrags können Sie ein PDF mit allen relevanten Informationen zu Steuern auf den Kanarischen Inseln herunterladen.
Allgemeines: Das Sondersteuersystem der Kanaren
Die Kanarischen Inseln verfügen über ein eigenes Steuer- und Wirtschaftssystem, das vom spanischen Festland abweicht. Dieses Sonderregime, bekannt als REF (Régimen Económico y Fiscal de Canarias), wurde eingeführt, um die wirtschaftliche Entwicklung auf den Inseln zu fördern.
Das bedeutet konkret: niedrigere Steuersätze, spezielle Steuervergünstigungen und Förderungen für Unternehmen – insbesondere in der sogenannten ZEC-Zone (Zona Especial Canaria).
Einkommensteuer (IRPF – Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas)
Wenn Sie auf Teneriffa arbeiten oder dauerhaft leben, unterliegen Sie grundsätzlich der spanischen Einkommensteuer (IRPF). Diese gilt landesweit, jedoch mit kleinen regionalen Abweichungen bei Freibeträgen oder Abzügen.
Für Arbeitnehmer
- Einkommensteuerpflicht ab einem Aufenthalt von mehr als 183 Tagen im Jahr
- Progressiver Steuersatz: zwischen ca. 19 % und 47 %
- Abzüge möglich für Kinder, Hypothekenzinsen, private Altersvorsorge u. a.
Für Nicht-Residenten
- Steuer auf in Spanien erzielte Einkünfte, z. B. Mieteinnahmen: 24 % pauschal (bzw. 19 % für EU-Bürger)
- Keine Abzüge möglich
Steuern beim Immobilienkauf
Wenn Sie als Ausländer auf Teneriffa eine Immobilie kaufen möchten, fallen folgende Steuern an:
Grunderwerbssteuer (Impuesto sobre Transmisiones Patrimoniales – ITP)
- 6,5 % auf den Kaufpreis bei gebrauchten Immobilien
- Wird vom Käufer getragen
- Zahlung fällig innerhalb eines Monats nach Notartermin
Mehrwertsteuer (IGIC) und Stempelsteuer (AJD) bei Neubauten:
- IGIC (Impuesto General Indirecto Canario): 7 % statt 21 % wie auf dem Festland
- AJD (Stempelsteuer): 0,75–1 %
Laufende Kosten nach dem Kauf:
- Grundsteuer (IBI): jährlich, ca. 0,4–1,1 % des Katasterwerts
- Müllabgabe, Gemeindeabgaben: variieren je nach Ort
Unternehmensbesteuerung & ZEC-Vorteile
Die Kanaren bieten für Firmengründer und Investoren besonders attraktive Rahmenbedingungen – vor allem innerhalb der ZEC-Zone.
Was ist die ZEC-Zone auf den Kanarischen Inseln?
Die ZEC-Zone (Zona Especial Canaria) ist ein steuerlich begünstigtes Sondergebiet, das im Rahmen des kanarischen Wirtschaftssystems (Régimen Económico y Fiscal de Canarias) geschaffen wurde, um Investitionen und Unternehmensansiedlungen auf den Kanaren zu fördern. Sie richtet sich speziell an ausländische Investoren, Gründer und Unternehmen, die dauerhaft auf den Inseln wirtschaftlich tätig werden möchten.
Vorteile der ZEC-Zone:
- Nur 4 % Körperschaftssteuer (statt 25 % im restlichen Spanien)
- Befreiung von der IGIC (kanarische Mehrwertsteuer) bei bestimmten Transaktionen
- Zoll- und steuerfreie Einfuhren unter bestimmten Bedingungen
- Rechtssicherheit innerhalb des EU-Steuerrahmens
Voraussetzungen:
- Sitz und Tätigkeit auf den Kanarischen Inseln
- Mindestinvestition (ab 100.000 € je nach Insel)
- Schaffung von mindestens 3 Arbeitsplätzen
- Zulassung durch das ZEC-Konsortium
Die ZEC-Zone ist damit besonders attraktiv für Start-ups, Dienstleister, Exporteure, Technologiebetriebe oder Holdings, die europäischen Schutz mit karibischer Steuerfreundlichkeit verbinden möchten.
Körperschaftssteuer (Impuesto sobre Sociedades)
- Normal: 25 % Körperschaftssteuer
- In der ZEC-Zone: nur 4 % Körperschaftssteuer auf Gewinne!
Voraussetzungen für ZEC
- Sitz und wirtschaftliche Tätigkeit auf den Kanaren
- Mindestinvestition (ab 100.000 € je nach Branche)
- Schaffung von mindestens 3 Arbeitsplätzen
- Zustimmung der ZEC-Verwaltung erforderlich
Weitere Vorteile für Unternehmen:
- Befreiung von IGIC (kanarische MwSt.) bei Handel mit dem Festland oder Export
- Steuerliche Sonderabschreibungen, Investitionsabzüge
- Kein Kapitaltransfer bei Gewinnen in andere EU-Staaten
IGIC – Die kanarische Mehrwertsteuer
Auf den Kanaren gibt es keine klassische Mehrwertsteuer (IVA), sondern die IGIC (Impuesto General Indirecto Canario).
Details:
- Standard-IGIC: 7 %
- Reduzierte Sätze: 0 %, 3 %, 13,5 % für bestimmte Produkte/Dienstleistungen
- Gilt auf Waren und Dienstleistungen auf den Kanaren – nicht beim Handel mit dem spanischen Festland
Wichtig für Käufer & Selbstständige:
- Bei Dienstleistungen oder Rechnungen beachten, ob IGIC ausgewiesen wird
- Unternehmer müssen sich ggf. beim IGIC-Register anmelden
Weitere lokale Steuern & Gebühren
Neben den überregionalen Steuern gibt es auch kommunale Abgaben, die je nach Gemeinde unterschiedlich hoch ausfallen können:
- Plusvalía Municipal: Steuer auf Wertzuwachs von Grund und Boden beim Verkauf (vom Verkäufer zu zahlen)
- Müllabgabe und Wasseranschlussgebühr
- Autosteuer (bei Anmeldung eines Fahrzeugs)
Fazit: Teneriffa punktet mit niedriger Besteuerung – bei guter Vorbereitung
Die Kanarischen Inseln – insbesondere Teneriffa – bieten im Vergleich zum spanischen Festland attraktive Steuervorteile, sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmer. Für Käufer bedeutet die reduzierte IGIC und die moderate Grunderwerbssteuer eine echte Erleichterung. Für Selbstständige oder Firmengründer können die ZEC-Regelungen steuerlich äußerst lohnend sein.
Tipp:
Lassen Sie sich vor Ihrer Entscheidung steuerlich beraten, z. B. durch eine Gestoría oder einen Steuerberater vor Ort, um alle Vorteile optimal zu nutzen und steuerliche Fallstricke zu vermeiden.
👉 Infoblatt Steuern Kanarische Inseln (PDF, 162 kb)