Angekommen auf Teneriffa – Was Ausländer in den ersten Wochen erledigen sollten
Ein Umzug nach Teneriffa markiert nicht nur den Beginn eines neuen Lebensabschnitts, sondern bringt auch viele organisatorische Aufgaben mit sich. Gerade in den ersten Wochen ist es wichtig, strukturiert vorzugehen, um die wichtigsten Behördengänge, Anmeldungen und alltäglichen Erfordernisse zügig zu erledigen.
Ob Sie aus beruflichen Gründen, als Ruheständler oder mit der ganzen Familie auf die Insel kommen – wer gut vorbereitet ist, spart sich Zeit, Nerven und mögliche bürokratische Hürden. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, was Sie in den ersten Wochen nach Ihrer Ankunft auf Teneriffa tun sollten, um rechtlich und praktisch gut aufgestellt zu sein.
Am Ende des Artikels können Sie eine Checkliste herunterladen. Sie listet Ihnen auf, welche wichtige Dinge Sie in den ersten Wochen auf Teneriffa erledigen sollten.
1. NIE-Nummer beantragen – Ihre persönliche Identifikation in Spanien
Die NIE („Número de Identidad de Extranjero“) ist Ihre steuerliche und rechtliche Identifikationsnummer als Ausländer in Spanien. Ohne diese Nummer können Sie kein Bankkonto eröffnen, kein Auto anmelden, keinen Telefonvertrag abschließen und keine offizielle Arbeit aufnehmen.
Die NIE können Sie entweder bereits über das spanische Konsulat in Ihrem Heimatland oder direkt vor Ort bei der zuständigen Polizeistelle auf Teneriffa beantragen. Für die Beantragung benötigen Sie in der Regel:
- das Formular EX-15
- eine Kopie Ihres Reisepasses oder Ausweises
- einen Nachweis über den Grund der Antragstellung (z. B. Mietvertrag, Arbeitsvertrag)
- einen Termin bei der Ausländerbehörde (Cita Previa)
Tipp: Die Terminvereinbarung über das Online-Portal „Cita Previa“ kann je nach Region herausfordernd sein. Auf Teneriffa unterstützen Sie zahlreiche deutschsprachige Gestorías (Dienstleister), die sich auf die NIE-Beantragung spezialisiert haben.
2. Anmeldung im Rathaus – Empadronamiento
Die Empadronierung ist die Anmeldung Ihres Wohnsitzes im spanischen Melderegister („Padrón municipal“). Sie ist erforderlich, um Zugang zu öffentlichen Leistungen zu erhalten, wie z. B. die Einschreibung der Kinder in Schulen, den Zugang zum Gesundheitssystem oder den Abschluss vieler Verträge.
Zur Anmeldung benötigen Sie:
- Ihren Reisepass oder Personalausweis
- ggf. die NIE
- eine Kopie Ihres Mietvertrags oder Eigentumsnachweises
Je nach Gemeinde können Sie online einen Termin beim Rathaus („Ayuntamiento“) vereinbaren. Nach der Anmeldung erhalten Sie eine „Certificado de Empadronamiento“, das Sie für viele weitere Schritte benötigen.
3. Konto bei einer spanischen Bank eröffnen
Ein spanisches Bankkonto ist unverzichtbar für das tägliche Leben auf Teneriffa. Mieten, Stromrechnungen, Internetverträge und Gehälter werden fast ausschließlich über ein Konto bei einer spanischen Bank abgewickelt.
Zu den beliebtesten Banken auf der Insel gehören BBVA, ING, Santander, CaixaBank, Deutsche Bank und CajaSiete. Die Kontoeröffnung ist meist unkompliziert und kann bei manchen Banken (z. B. ING) auch online erfolgen.
Sie benötigen dafür in der Regel:
- Reisepass oder Ausweis
- NIE oder NIE-Antragsnachweis
- Nachweis Ihres Wohnsitzes (z. B. Mietvertrag oder Empadronamiento)
👉 Mehr zu Banken auf Teneriffa
4. Krankenversicherung abschließen oder aktivieren
Die spanische Gesundheitsversorgung ist qualitativ hochwertig – und EU-Bürger haben über die Seguridad Social Anspruch auf das öffentliche Gesundheitssystem, wenn sie arbeiten oder Rentenbezüge erhalten.
Wenn Sie als Selbstständiger („autónomo“) tätig sind oder über einen Arbeitsvertrag verfügen, sind Sie automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung eingebunden. Andernfalls benötigen Sie eine private Krankenversicherung.
Private Versicherer wie DKV, Caser, Sanitas, Allianz oder Asisa bieten Policen speziell für Ausländer an – oft auch mit englischem oder deutschsprachigem Kundenservice. Die Preise hängen von Alter, Vorerkrankungen und Leistungsumfang ab.
👉 Mehr zu Versicherungen auf Teneriffa
5. Strom, Wasser und Internet einrichten
Je nach Wohnsituation sind Versorgungsverträge entweder bereits aktiv (z. B. bei möblierten Mietwohnungen) oder müssen neu abgeschlossen werden. Prüfen Sie deshalb bei Einzug, ob bestehende Verträge übernommen werden können oder eine Neuanmeldung erforderlich ist.
Wichtige Anbieter auf Teneriffa:
- Strom: Endesa, Iberdrola
- Wasser: Je nach Gemeinde, meist über das Rathaus oder städtische Versorger (z. B. Canaragua)
- Internet: Movistar, Vodafone, Digi, MásMóvil, Orange
Tipp: Viele Anbieter bieten Kombitarife („Pack convergente“) mit Festnetz, Internet und Mobilfunk zu attraktiven Konditionen. Achten Sie auf Vertragslaufzeiten und Kündigungsbedingungen – besonders bei Langzeitmietern oder Auswanderern in der Probephase.
6. Auto importieren oder anmelden
Wenn Sie Ihr Fahrzeug aus dem Ausland mitbringen, sind Sie verpflichtet, es innerhalb von 6 Monaten umzumelden – ansonsten drohen Bußgelder. Dazu gehören:
- Technische Inspektion (ITV)
- Spanische Zulassung
- Zahlung von Einfuhrsteuern (je nach Fahrzeugtyp)
Oft lohnt sich der Kauf eines spanischen Gebrauchtwagens – das spart viel Bürokratie. In jedem größeren Ort auf Teneriffa gibt es kleinere oder mittelgroße Autohändler. Die größte Ansammlung bekannter und seriöser Autohändler in Teneriffa finden Sie allerdings in la Laguna.
Empfehlenswert sind die Autohändler
👉 FlexiCar
👉 Gestican
👉 Auto Rosso
👉 Miguel León
👉 Canauto (BMW Händler)
👉 Auto Rahn (Seat Händler)
Autoversicherungen sind in Spanien günstiger als in Deutschland, allerdings auch in ihren Leistungen oft weniger umfangreich.
7. Spanisch lernen – je früher, desto besser
Auch wenn Sie in touristischen Gegenden oder unter vielen Auswanderern leben: Ohne Spanischkenntnisse bleiben Ihnen viele Türen verschlossen. Ein Sprachkurs in den ersten Wochen hilft nicht nur im Alltag, sondern erleichtert auch Kontakte zu Nachbarn, Vermietern oder Behörden.
Wo lernen?
- Escuelas Oficiales de Idiomas (staatlich gefördert)
- Private Sprachschulen auf Teneriffa
- Online-Plattformen (z. B. Babbel, Preply, italki)
- Sprach-Tandems und lokale Gruppen
8. Versicherungen prüfen und anpassen
Neben der Krankenversicherung sollten Sie sich Gedanken über Haftpflichtversicherung, Hausrat, Rechtsschutz und – falls relevant – eine Kfz-Versicherung machen. In Spanien sind diese Versicherungen meist günstiger, unterscheiden sich aber teils deutlich in den Leistungen.
Gerade für Eigentümer, Selbstständige und Familien sind angepasste Policen sinnvoll. Viele Anbieter – z. B. Allianz, Liberty, Generali, Helvetia, Caser oder Mapfre – bieten Tarife für Residenten und Ausländer.
👉 Empfohlene Versicherungen für Ausländer auf Teneriffa
9. Kinder betreuen und einschulen
Für Familien mit Kindern steht nach der Ankunft die Schulwahl an. Öffentliche Schulen sind kostenlos, unterrichten jedoch ausschließlich auf Spanisch (bzw. in der jeweiligen Amtssprache). Internationale Schulen (z. B. Deutsche Schule Tabaiba, British School La Orotava) bieten zweisprachigen Unterricht, kleinere Klassen – und sind kostenpflichtig.
Wichtig:
- Schulplatzvergabe erfolgt über Wohnsitznähe → Empadronamiento ist Pflicht
- Frühzeitige Kontaktaufnahme und Anmeldeunterlagen (übersetzt) einreichen
- Sprachförderung über Vorbereitungsklassen oder Sprachschule empfehlenswert
10. Orientierung im Alltag: Verkehr, Ärzte, Einkaufen
Die ersten Wochen bieten auch Gelegenheit, sich mit der Umgebung vertraut zu machen. Wo sind Supermärkte, Apotheken, Tankstellen oder die nächste Bushaltestelle?
- ÖPNV: Busnetz von TITSA – mit günstiger Ten+ Karte (für Monats- oder Einzelfahrten)
- Gesundheit: Centro de Salud = staatliches Gesundheitszentrum (Zugang meist nur mit Seguridad Social)
- Private Ärzte & Kliniken: leicht über Plattformen wie 👉 www.doctoralia.es auffindbar
Tipp: Viele Gemeinden (z. B. Puerto de la Cruz oder La Orotava) bieten Willkommensinformationen für Neuzuzügler – fragen Sie beim Ayuntamiento nach einem Infopaket oder einer Ansprechperson.
Fazit: Struktur schafft Leichtigkeit im neuen Alltag
Der Start auf Teneriffa kann anfangs herausfordernd sein – doch mit der richtigen Reihenfolge und etwas Geduld gelingt der Übergang in ein neues Leben meist problemlos. Die ersten Wochen sind entscheidend, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein und sich im Alltag gut zurechtzufinden.
Nehmen Sie sich bewusst Zeit für Bürokratie, aber auch für Sprache, Nachbarschaft und neue Routinen. Dann verwandelt sich das Ankommen auf Teneriffa nicht nur in einen Ortswechsel – sondern in ein echtes Zuhausegefühl.
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👉 Checkliste erste Wochen in Spanien (PDF, 150 kb)