Welche Kosten fallen beim Immobilienkauf auf Teneriffa an?
Ihr Überblick über Steuern, Gebühren und Nebenkosten beim Kauf
Der Kauf einer Immobilie auf Teneriffa ist für viele Ausländer ein großer und aufregender Schritt. Neben dem Kaufpreis selbst sollten Käufer jedoch auch die zusätzlichen Kosten und Abgaben im Blick behalten, die mit dem Erwerb verbunden sind. Diese sogenannten Kaufnebenkosten können je nach Immobilientyp und persönlicher Situation zwischen 8 und 12 % des Kaufpreises ausmachen.
In diesem Beitrag erhalten Sie einen klaren Überblick darüber, welche Kosten beim Immobilienkauf auf Teneriffa anfallen, wie hoch sie ausfallen und worauf Sie bei der Budgetplanung achten sollten.
1. Grunderwerbsteuer (ITP) – bei gebrauchten Immobilien
Wenn Sie eine Bestandsimmobilie (z. B. von einer Privatperson) kaufen, fällt die Grunderwerbsteuer (Impuesto de Transmisiones Patrimoniales, ITP) an.
- Höhe auf Teneriffa (Kanarische Inseln): 6,5 % des Kaufpreises
- Zahlung erfolgt nach der notariellen Beurkundung
- Muss innerhalb eines Monats beglichen werden
- Meist erledigt der Notar direkt nach der Beurkundung die Zahlung
- Dann zahlt er 7 % als groben Richtwert (mit allen Gebühren) - eine mögliche Differenz bekommen Sie erstattet
Beispiel: Bei einem Kaufpreis von 200.000 € zahlen Sie 13.000 € Grunderwerbsteuer.
2. Mehrwertsteuer (IGIC) & Stempelsteuer – bei Neubauten
Beim Kauf eines Neubaus direkt vom Bauträger wird keine Grunderwerbsteuer, sondern kanarische Mehrwertsteuer (IGIC) fällig – zusammen mit der Stempelsteuer (AJD).
- IGIC: 7 %
- AJD (Impuesto de Actos Jurídicos Documentados): ca. 0,75 %
- Nur bei Neubauten oder Erstbezug relevant
Hinweis: Neubauten können in der Summe etwas teurer sein, da IGIC + AJD zusammen höher ausfallen als die 6,5 % ITP.
3. Notarkosten
Der Kaufvertrag (Escritura Pública) muss auf Teneriffa notariell beurkundet werden. Die Notarkosten hängen vom Kaufpreis und Umfang des Vertrags ab.
- Typischer Richtwert: ca. 0,3 – 0,5 % des Kaufpreises
- Zusatzkosten möglich bei Hypotheken oder Vollmachten
Beispiel: Bei einem Kaufpreis von 200.000 € liegen die Notarkosten meist zwischen 600 und 1.000 €.
4. Grundbuchamt (Registro de la Propiedad)
Nach dem Notartermin muss die Immobilie beim Grundbuchamt eingetragen werden. Dies garantiert den rechtlichen Eigentumsübergang.
- Kosten: ca. 0,2 – 0,5 % des Kaufpreises
- Höhe richtet sich nach dem Wert und der Komplexität des Eintrags
5. Gestoría oder Steuerberater
Gerade für ausländische Käufer ist die Unterstützung durch eine Gestoría (Verwaltungsbüro) oder einen Steuerberater sinnvoll. Diese kümmern sich um Behördengänge, Anmeldungen, Steuererklärungen und Überweisungen.
- Kosten: meist 300–600 € pauschal für die Kaufabwicklung
- Zusatzleistungen (z. B. NIE, Kontoeröffnung, Vollmacht) können extra berechnet werden
6. Anwaltskosten (optional, aber empfehlenswert)
Ein Anwalt ist beim Immobilienkauf in Spanien nicht zwingend erforderlich – aber dringend empfohlen, besonders bei komplexen Verträgen, Altbauten oder fehlenden Unterlagen.
- Kosten: meist 1 – 1,5 % des Kaufpreises
- Sicherheit durch Prüfung von Lasten, Eigentum, Lizenzen, Gemeinschaftskosten
Tipp: Fragen Sie vorab nach einem Festpreis oder Angebotspaket.
7. Weitere mögliche Kosten
Je nach Situation und Immobilie können folgende Zusatzkosten entstehen:
- Übersetzungskosten für Verträge oder notarielle Beglaubigungen
- Vollmacht (Poder Notarial), falls Sie nicht persönlich anwesend sein können
- Hypothekengebühren, falls Sie einen Kredit aufnehmen
- Kontoeröffnungskosten bei spanischer Bank
- NIE-Beschaffungskosten (ca. 20–150 € je nach Dienstleister)
8. Laufende Kosten nach dem Kauf
Nach dem Erwerb einer Immobilie fallen regelmäßige Kosten an, die Sie ebenfalls berücksichtigen sollten:
- Grundsteuer (IBI): je nach Gemeinde, ca. 0,4–1,1 % des Katasterwerts pro Jahr
- Müllgebühren: ca. 50–150 € jährlich
- Gemeinschaftskosten: bei Wohnungen oder Häusern in Anlagen, je nach Ausstattung
- Versicherung, Strom, Wasser, Internet je nach Nutzung
Fazit: Kaufnebenkosten realistisch einkalkulieren
Wenn Sie auf Teneriffa eine Immobilie kaufen möchten, sollten Sie zusätzlich zum Kaufpreis mit rund 7 bis 12 % Nebenkosten rechnen – je nachdem, ob es sich um eine gebrauchte oder neue Immobilie handelt, ob Sie rechtliche Unterstützung nutzen und wie komplex der Kauf ist.
Ein Überblick zur Orientierung
Grunderwerbsteuer (ITP):
- 6,5 % des Kaufpreises bei gebrauchten Immobilien
IGIC (Mehrwertsteuer bei Neubauten):
- 7 % des Kaufpreises
Stempelsteuer (AJD):
- ca. 0,75 % des Kaufpreises (nur bei Neubauten)
Notarkosten:
- ca. 0,3 – 0,5 % des Kaufpreises
Grundbuchamt (Eintragungskosten):
- ca. 0,2 – 0,5 % des Kaufpreises
Gestoría / Steuerberater:
- ca. 300 – 600 € pauschal
Rechtsanwalt (optional, aber empfehlenswert):
- ca. 1 – 1,5 % des Kaufpreises
👉 Download Infoblatt Kaufnebenkosten Immobilien Teneriffa (PDF, 161 kb)