Mit der Familie nach Spanien auswandern: Was Sie im Vorfeld und nach Ankunft beachten sollten

Der Traum vom Leben unter der Sonne Spaniens wird für viele Familien Realität. Ob beruflich motiviert, aus Sehnsucht nach einem anderen Lebensstil oder einfach aus dem Wunsch heraus, den Kindern ein freieres Aufwachsen zu ermöglichen – Spanien und insbesondere Teneriffa zählt seit Jahren zu den beliebtesten Auswanderungsländern in Europa.

Doch eine familiäre Auswanderung nach Teneriffa bedeutet nicht nur Kisten packen und Umzugspläne schmieden. Damit der Neustart gelingt, sollten Sie sich frühzeitig mit organisatorischen, rechtlichen und persönlichen Fragen beschäftigen. Dieser Beitrag führt Sie durch die wichtigsten Stationen – vom Leben in Deutschland bis zu den ersten Wochen im neuen Zuhause.

Am Ende des Artikels können Sie eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten zum Abhaken herunterladen.

Der Abschied aus Deutschland: Verträge, Abmeldungen und Organisation 

Bevor Sie dauerhaft ausreisen, ist es wichtig, alle laufenden Verträge in Deutschland zu prüfen, ggf. zu kündigen und sich offiziell abzumelden. Dazu gehören nicht nur Energieversorger, Versicherungen und Behörden – auch Fitnessstudio- oder Handyverträge können schnell zur Kostenfalle werden, wenn man sie vergisst. Wenn Sie sich bei der Meldebehörde Ihres Wohnortes abmelden, bekommen Sie eine Abmeldebestätigung. Wenn Sie den Kündigungen eine Kopie beilegen, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht.

Versicherungen kündigen oder anpassen 

Beginnen Sie mit der Überprüfung Ihrer Versicherungen: Die gesetzliche Krankenversicherung endet in der Regel mit der Abmeldung des Wohnsitzes oder wenn keine Versicherungspflicht mehr besteht. Viele Versicherer bieten bei Auslandsumzug jedoch Übergangslösungen oder informieren über freiwillige Weiterversicherung in der deutschen Rentenkasse. Auch private Versicherungen – wie Haftpflicht, Hausrat oder Rechtsschutz – sollten angepasst oder gekündigt werden. Hier empfiehlt sich eine schriftliche Bestätigung für das Kündigungsdatum.

Gut zu wissen: Für eine schnelle Übersicht der Fristen bietet die Verbraucherzentrale nützliche Informationen

Weitere Informationen
👉 verbraucherzentrale.de – Versicherungen bei Auswanderung 

Strom, Internet, Telefon und Fitnessstudio 

Auch alltägliche Verträge sollten frühzeitig gekündigt werden. Bei Strom, Wasser oder Gas müssen Sie nicht nur rechtzeitig kündigen, sondern auch aktuelle Zählerstände dokumentieren – am besten mit Datum und Foto. Für Internet und Festnetz prüfen Sie, ob ein Sonderkündigungsrecht bei Auslandsumzug besteht – dieses greift bei vielen Anbietern, wenn ein Umzug ins EU-Ausland erfolgt und der Anbieter dort nicht tätig ist.

Ein Sonderkündigungsrecht haben Sie ebenfalls bei den Beiträgen für den Öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Sie können die Abmeldebestätigung einfach auf der Website des Rundfunkbeitrags (früher GEZ) hochladen und erhalten dann die Kündigungsbestätigung per Post und nicht online. Damit Sie die Bestätigung und andere Benachrichtigungen per Post auch erhalten, empfehlen wir einen Nachsendeauftrag.

Link
👉 Kündigung Rundfunkbeitrag

Besonders gern übersehen: Fitnessstudio-Mitgliedschaften. Diese sind meist auf 12 oder 24 Monate ausgelegt und beinhalten enge Kündigungsfristen. Viele Anbieter gewähren jedoch bei Vorlage eines Abmeldebescheids aus Deutschland und eines Nachweises des neuen Wohnsitzes (z. B. Mietvertrag in Spanien) eine vorzeitige Vertragsauflösung. Hier hilft es, höflich und schriftlich mit Belegen um Kulanz zu bitten.

Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post

Wenn Sie nach Spanien auswandern, empfiehlt es sich dringend, einen Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post einzurichten. So stellen Sie sicher, dass wichtige Briefe, Behördenschreiben oder Versicherungsunterlagen nicht verloren gehen, sondern zuverlässig an Ihre neue Adresse weitergeleitet werden – auch ins Ausland.


Die Deutsche Post bietet Nachsendungen für Privatpersonen ins Ausland für eine Laufzeit von 6 oder 12 Monaten an. Sie können diesen Service bequem online beauftragen.

  • Kosten (Stand 2024):
    – 6 Monate Ausland: 29,90 €
    – 12 Monate Ausland: 37,90 €
  • Hinweis: Die Nachsendung umfasst Briefe und Postkarten, aber keine Pakete oder Presseerzeugnisse (diese können Sie optional zubuchen).


Sie können den Nachsendeauftrag direkt hier beauftragen:

  👉 Nachsendeauftrag der Deutschen Post


Schulpflichtige Kinder: Schule, Sprache und Integration 

Wer mit Kindern auswandert, stellt sich viele Fragen: Kommt mein Kind sprachlich mit? Welche Schule ist die richtige? Muss ich das Kind sofort einschulen?

Spanien hat ein sehr gut ausgebautes Schulsystem, das sich in öffentliche, staatlich subventionierte (concertadas) und private Schulen unterteilt. In öffentlichen Schulen findet der Unterricht auf Spanisch statt – in einigen Regionen auch in einer zweiten Amtssprache (z. B. Katalanisch oder Baskisch). Die Einschulungspflicht beginnt mit sechs Jahren, doch viele Kinder besuchen bereits vorher einen Kindergarten oder die Vorschule.

Wenn Ihre Kinder kein Spanisch sprechen, empfiehlt sich ein früher Start in der Schule oder ein vorbereitender Sprachkurs. Viele Eltern berichten, dass Kinder im Schulalter meist innerhalb weniger Monate erstaunlich schnell die Sprache erlernen. Dennoch kann eine internationale Schule (z. B. Deutsch-Spanische Schule oder British School) in den ersten Jahren den Übergang erleichtern. 

Einen Überblick über internationale Schulen in Spanien finden Sie z. B. hier:

 👉 Internationale Schulen in Spanien (Expatica) 

 

Mit Haustieren nach Spanien ziehen: So klappt der Umzug mit Fellfreunden 

Für viele Familien gehören Haustiere selbstverständlich mit zur Familie – und somit mit ins neue Leben in Spanien. Der Transport ist prinzipiell unkompliziert, erfordert aber gute Vorbereitung. 

Grundsätzlich benötigen Hunde und Katzen bei der Einreise in ein EU-Land wie Spanien:

  • Einen gültigen EU-Heimtierausweis,
  • eine Mikrochip-Kennzeichnung (nach ISO-Norm 11784/11785)
  • sowie eine Tollwutimpfung, die mindestens 21 Tage alt und zum Reisezeitpunkt gültig ist.


Bei Reisen mit dem Flugzeug muss das Tier vorab bei der Fluggesellschaft angemeldet werden. Je nach Größe und Gewicht darf es in der Kabine (bis ca. 8 kg inkl. Transporttasche) oder im klimatisierten Frachtraum reisen. Es gelten strenge Regeln für Transportboxen nach IATA-Standard, die ausreichend groß, luftdurchlässig und ausbruchssicher sein müssen. Informieren Sie sich bei Ihrer Airline über die genauen Vorschriften.

Einige Fluggesellschaften (z. B. Condor) akzeptieren nur Transporttaschen. Leider fehlt die Informationen in den Bestimmungen auf der Website von Condor. Bei Condor darf auch nur ein Tier pro Box pro Person befördert werden. Bei den meisten FLuggesellschaften müssen Sie zudem ein Formular mit allen Informationen zum Tier (z. B. Chip-Nummer, Gesicht, Alter, Rasse) eintragen.

Links
👉 Condor Tierbeförderung
👉 Lufthansa Tierbeförderung
👉 Iberia Tierbeförderung
👉 Euro Wings Tierbeförderung


Achten Sie bei Ankunft in Spanien auf eine zügige Registrierung Ihres Haustiers in der neuen Gemeinde – viele Regionen führen ein Haustierregister. In manchen Gemeinden (z. B. in Teneriffa) gilt für bestimmte Rassen zudem eine Maulkorbpflicht oder Leinenpflicht an öffentlichen Plätzen.

 

Die ersten Wochen in Spanien: Das müssen Sie organisieren 

Nach Ihrer Ankunft in Spanien beginnt die eigentliche Eingewöhnung – und es gibt noch einige formelle Schritte zu erledigen. Besonders wichtig ist die NIE-Nummer (Número de Identidad de Extranjero) – Ihre persönliche Steuer- und Identifikationsnummer, ohne die Sie weder ein Konto eröffnen noch einen Mietvertrag abschließen oder Kinder einschulen können.

Diese kann entweder vorab über das spanische Konsulat oder vor Ort bei der Policía Nacional auf Teneriffa beantragt werden. Auch die Empadronamiento, also die Anmeldung im örtlichen Melderegister (Rathaus), ist verpflichtend. Sie benötigen sie unter anderem für die Einschulung, den Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem und zur Beantragung von Sozialleistungen. 

Weitere wichtige Schritte:

  • Konto bei einer Bank in Spanien eröffnen
  • Verträge für Strom, Wasser und Internet abschließen
  • Krankenversicherung aktivieren (z. B. über die Seguridad Social oder eine private Krankenversicherung)
  • Kfz anmelden oder importieren, falls Sie Ihr Fahrzeug mitgenommen haben
  • Sprachkurse belegen, um sich schnell integrieren zu können


Tipp: Viele Familien nutzen in der Anfangszeit die Hilfe von spezialisierten Dienstleistern (Gestorias), die sich auf Bürokratie und Behördengänge für Ausländer spezialisiert haben. Gerade auf Teneriffa gibt es deutsch- und englischsprachige Anbieter, die Ihnen den Start erleichtern.

Fazit: Gut vorbereitet in ein neues Leben mit der Familie in Spanien

Ein Umzug nach Spanien mit der Familie ist kein spontaner Tapetenwechsel, sondern ein Projekt, das Planung und Organisation erfordert. Je besser Sie sich auf die rechtlichen, praktischen und emotionalen Herausforderungen vorbereiten, desto reibungsloser gelingt der Neustart. Denken Sie an die Abmeldung in Deutschland, klären Sie Versicherungsfragen, beachten Sie die Vorschriften für Haustiere und nehmen Sie sich Zeit für die Schulwahl Ihrer Kinder.

Die ersten Wochen vor Ort sind meist intensiv, aber auch sehr erfüllend – vor allem, wenn Sie merken, wie sich der Traum vom neuen Leben Schritt für Schritt verwirklicht. Mit Offenheit, Geduld und guter Vorbereitung wird Ihre Familie nicht nur ankommen – sondern sich auf Teneriffa oder in jeder anderen Region Spaniens bald zu Hause fühlen.

Download
👉 Checkliste Auswandern Spanien (PDF, 153 kb)